Dänemark liegt zentral in Europa an einem der wichtigsten und traditionsreichsten Seefahrtswege, zwischen den übrigen skandinavischen Ländern nach Norden, dem Baltikum im Osten und dem westeuropäischen Festland nach Süden.

Mit einer Fläche von 43.000 qkm ist Dänemark gute 25% größer als Holland, was einem knappen Achtel Deutschlands entspricht. Die 5,2 Millionen Einwohner des Landes entsprechen ungefähr der Bevölkerung Hessens. Hierbei sind die teilweise autonomen nordatlantischen Staaten Färöer und Grönland mit zusammen ca. 100.000 Einwohnern nicht mitgerechnet. Diese Broschüre behandelt nur die Verhältnisse im eigentlichen Dänemark.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war Dänemark in erster Linie ein Agrarland mit entsprechend großem Export von überwiegend Agrarprodukten. Die Weiterverarbeitung von Agrarprodukten machte die exportorientierte Landwirtschaft zur treibenden Kraft bei der Industrialisierung des Landes.

Außen- und sicherheitspolitisch ist Dänemark eng mit dem übrigen Westeuropa als Mitglied der NATO seit 1949 verbunden; an der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit der europäischen Union nimmt Dänemark seit 1973 teil.

Politisch-administrative Verhältnisse
Dänemark ist eine konstitutionelle Monarchie. Die gesetzgebende Macht liegt beim Parlament, das auch die Regierung absetzen kann. Abgesehen von der Periode 1982-92 liegt die Regierungsverantwortung seit 1930 überwiegend bei wechselnden Zentrums Koalitionen. Die Administration arbeitet auf drei Ebenen, die alle von gewählten Parlamenten gesteuert werden. Die regionale Ebene verteilt sich auf 14 Ämter, die lokale Ebene auf 275 Gemeinden.

Wirtschaft
Die wichtigste natürliche Ressource ist der Ackerboden, denn das Land hat nahezu keine industriebezogenen Rohstoffe im eigentlichen Sinn. Die dänische Industrie ist von vielen kleinen und mittleren Unternehmen geprägt, dazu von hoher Spezialisierung im einzelnen Betrieb und großer Unterschiedlichkeit hinsichtlich der gesamten Industrieproduktion. Diese Struktur sichert ein hohes Anpassungsvermögen, stellt aber gleichzeitig hohe Forderungen an das Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte.

Außenhandel
Dänemark exportiert ca. 30% des Bruttosozialproduktes. Die Außenhandelsbilanz ist seit 1990 positiv. Wichtigste Exportländer sind Deutschland, Großbritannien, Schweden, die USA und Japan. Die relativ große Abhängigkeit vom Export hochveredelter Produkte stellt gleichermaßen hohe Forderungen an sehr gut ausgebildete Arbeitskräfte.

Arbeitsmarkt
Den dänischen Arbeitsmarkt kennzeichnet sowohl auf der Arbeitgeber- als auch auf der Arbeitnehmerseite ein hoher Organisationsprozentsatz und ein System stabiler und gut funktionierender Übereinkommen. Die zentralen und konsensbetonten Rollen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen spiegeln sich im beruflichen Ausbildungssystem wieder.

Beschäftigungsniveau
Die Arbeitslosigkeit zeigt seit Jahren eine fallende Tendenz und beträgt gegenwärtig etwa 7,5%. Der Anteil erwerbstätiger Frauen ist hoch: Ca. 75% der Frauen im erwerbsfähigen Alter sind auf dem Arbeitsmarkt tätig, insgesamt bilden Frauen ca. 45% der gesamten Arbeitskraft. In den letzten Jahren war der Zuwachs ausgebildeter weiblicher Arbeitskräfte in Handwerk und Industrie bemerkenswert.