Dänemark ist ein Wohlfahrtsstaat. Die Sozialreform von 1970 und das soziale Sicherheitsgesetz von 1976 schufen ein dezentralisiertes soziales Sicherheitsnetz für alle und erlegten den öffentlichen Behörden auf, für Kranke, Ältere und Behinderte zu sorgen. Dies geschieht teils durch häusliche Pflege, teils in Institutionen wie Pflegeheimen und Kranken häusern.

1991 wurde ein völlig neues, zusammenhängendes System für die Ausbildung von Personal im Sozial- und Gesundheitswesen eingeführt. Hierbei handelt es sich um eine einjährige Ausbildung zum Sozial- oder Krankenpflegehelfer, welche den Zugang zu einer weiteren anderthalb jährigen Ausbildung als Sozial- oder Kranken pflegeassistent ermöglicht.

Die Ausbildung gibt die Qualifikation für umfassende Pflegeaufgaben gegenüber älteren Menschen, Kranken und Behinderten. Zwei Drittel der Ausbildung bestehen in einem Praktikum in kommunalen Institutionen oder zu Hause bei den Patienten. Das letzte Drittel besteht aus einer Ausbildung in den ca. 30 Sozial- und Gesund heitsschulen, die über das ganze Land verteilt sind. Schüler, die direkt von der 9. Klasse der Volksschule kommen, müssen diese Ausbildung mit einem besonderen Vorbereitungsjahr beginnen. Das Vorbereitungsjahr besteht aus sowohl Schulunterricht als auch einem Praktikum. Andere junge Leute, die diese Ausbildung anstreben, können ebenfalls die Ausbildung mit dem besonderen vorbereitenden Jahr beginnen.

Schüler mit mindestens einem Jahr relevanter Arbeitserfahrung oder entsprechen der Ausbildung können direkt die weiter führende Ausbildungbesuchen.

Die Zulassungsvoraussetzung für die Ausbildungen bildet ein Ausbildungsverhältnis mit einer Kommune.

Sozial- und Krankenpflegeassistenten können durch eine Prüfung die Zulassung zu weiterführenden Sozial- und Gesundheitsausbildungen erreichen (Krankenschwestern, Hebammen, Sozialpädagogen usw.).

Außerdem werden vom Sozial- und Gesundheitsschulen Weiterbildungs- und Umschulungskurse angeboten. Die Dauer dieser Kurse varieren von 2 Wochen bis zu 1,5 Jahr. Dies ist abhängig vom Bedarf der Teilnehmer.

Für eine Arbeit mit Menschen
Die 24-jährige Maibritt Oksen im Übungsraum der Schule des Sozial- und Gesundheitswesens, wo sie eine Ausbildung zur Sozial- und Krankenpflegehelferin macht, immer abwechselnd mit Praktikumsperioden in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. "Ich habe mich für diese Aus bildung entschieden, denn mit ihr kann man wirklich die Möglichkeit bekommen, mit unseren Patienten persönlich umzugehen. Und ich mag die Unterrichtsform hier - wir stehen sozusagen die ganze Zeit auf du und du mit den Lehrern, man fühlt sich nicht als Schüler!"